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09.10.12 12:11 Alter: 5 yrs

Schloss Neuschwanstein: SPD fordert Zugang für Rollstuhlfahrer

 

Tourismussprecher Wengert: Barrierefreiheit muss zu einem Markenzeichen des Tourismus in Bayern werden

Der tourismuspolitische Sprecher der BayernSPD-Landtagsfraktion Dr. Paul Wengert fordert einen rollstuhlgerechten Zugang für Schloss Neuschwanstein. "Es ist schade, dass für Rollstuhlfahrer kaum eine Möglichkeit besteht, das Schloss zu besichtigen", so Wengert. "Früher konnten Betroffene mit dem eigenen PKW direkt vor das Schloss fahren, dort den Aufzug benutzen und an einer Sonderführung in den Abendstunden teilnehmen."

Gemäß den Schilderungen einer Urlauberin sei das nun nicht mehr so; dem rollstuhlgebundene Sohn der Touristin sei empfohlen worden, die Kutsche hinauf zum Schloss zu benützen und die restlichen 200 Meter im Rollstuhl zurückzulegen. "Das ist kein akzeptabler Vorschlag", so Wengert. Auf seine Anfrage hin habe ihm Franz Pschierer, Staatssekretär im Finanzministerium, das für die Schlösser in Bayern zuständig ist, unter Hinweis auf die „starke Frequentierung der Neuschwansteinstraße durch Fußgänger, Pferdekutschen und Dienstfahrzeuge“ nun mitgeteilt, dass die Schlösserverwaltung „leider selbst in Ausnahmefällen einzelnen Besuchern nicht ermöglichen kann, während der Öffnungszeiten mit ihrem privaten Pkw zum Schloss hinauf zu fahren“. Die Abschaffung der abendlichen Sonderführungen wiederum hänge „mit den gestiegenen Anforderungen zeitgemäßen Brandschutzes zusammen: Im Falle eines Brandes wäre eine rasche Evakuierung einer ganzen Gruppe mobilitätseingeschränkter Personen nicht zu gewährleisten.“

Für Wengert ist diese Argumentation zwar nachvollziehbar und durchaus schlüssig. Der SPD-Tourismusexperte hält das jetzige Angebot der Schlösserverwaltung aber nicht für ausreichend, wonach jeweils eine mobilitätseingeschränkte Person nach vorheriger Anmeldung an den regulären Führungen teilnehmen kann. In einem Brief an Staatssekretär Pschierer hat der Abgeordnete nahegelegt, die Führungen für maximal fünf Rollstuhlfahrer außerhalb der regulären Öffnungszeiten wieder anzubieten.

"Wenn es der Bayerischen Staatsregierung ernst ist mit der Inklusion, kann es nicht angehen, dass behinderte Menschen von einem Besuch des Königsschlosses faktisch ausgeschlossen werden", so Wengers Fazit. "Barrierefreiheit muss zu einem Markenzeichen des Tourismus in Bayern werden; das gilt ganz besonders für öffentliche Einrichtungen. Der Freistaat muss hier mit gutem Beispiel vorangehen!"